zur Forsa-Umfrage: Gewalt gegen Lehrkräfte aus Sicht der Schulleitung v. 26.2.2018

zur Forsa-Umfrage: Gewalt gegen Lehrkräfte - repräsentative Lehrerbefragung v. 8.11.2016

Gewalt an deutschen Schulen? Eine Ist-Stand-Analyse

Das Thema Gewalt an Schulen ist in letzter Zeit immer mehr ins öffentliche Interesse gerückt. Es wird die Frage nach den Ursachen gestellt und natürlich auch welche Handlungsmöglichkeiten es gibt.

Seit einigen Jahren setzen wir uns intensiv mit der Problematik „Gewalt an Schulen“ auseinander. Als wir dabei in die einzelnen Bundesländer schauten, stellten wir relativ schnell fest, dass es so gut wie keine repräsentativen Analysen von Gewaltvorfällen an Schulen gibt. Wenn man weiß, dass eine effektive Ursachenbekämpfung nur möglich ist, wenn das Problem bekannt und transparent gemacht wird, so stießen wir bereits an dieser Stelle sehr schnell an unsere Recherche-Grenzen.

In unseren bundesweiten Schulungen und Workshops für das Schulpersonal stellen wir im Rahmen der geführten Gespräche und Diskussionen immer wieder fest, dass Gewalt unter Schülern und gegen Lehrkräfte leider keine Einzelfälle mehr sind, sondern mittlerweile ein zum Teil großes Problem an Schulen darstellen.

So sind verbale Entgleisungen der Schülerinnen und Schüler (Beschimpfungen, Drohungen, Beleidigungen) täglicher Begleiter im Lehreralltag und körperliche Gewalt bzw. Übergriffe gegen Lehrer keine Seltenheit mehr.

Der gesunde Menschenverstand gibt bereits vor, dass Schule nur ein Spiegelbild der Gesellschaft sein kann. Und da Gewalt in all seinen Formen leider im Alltag eine relativ große Rolle spielt, ist es nur eine logische Konsequenz, dass diese auch im Schulalltag Einzug erhält.

Damit einher geht aber für das Schulpersonal ein viel größeres Problem, denn das Thema „Gewalt an Schulen“ ist nicht wegzudiskutieren – das wissen auch die Lehrerinnen und Lehrer. Viel entscheidender ist, wie die Verantwortungsträger damit umgehen - und zwar im Sinne aller: Schülern, Eltern und Lehrer.

Hier muss man leider immer noch feststellen, dass die Politik und die Schulverantwortlichen dazu neigen, das Thema „Gewalt an Schulen“ zu relativieren oder gar zu tabuisieren. Man glaubt augenscheinlich, mit der Veröffentlichung und Verteilung von Handreichungen und Interventionsplänen alles getan zu haben, um denjenigen zu helfen, die mit dem Problem im Alltäglichen umgehen müssen: dem Schulpersonal.

Die strafrechtlichen Verpflichtungen aus der Garantenstellung hingegen bleiben bestehen

Auf der anderen Seite nimmt man aber die Schulleitungen sowie die Lehrinnen und Lehrer in die Pflicht, nämlich im Rahmen ihrer gesetzlichen Garantenstellung und Aufsichtspflicht. Aus unserer Sicht wird hier der Fürsorgepflicht der einzelnen Bundesländer gegenüber ihren Pädagogen schlicht nicht nachgekommen. Egal ob vorsätzlich oder grob fahrlässig: beides ist fatal!

Die seitens der Lehrerschaft so immens geforderten Fort- und Weiterbildungsmöglichkeiten im Umgang mit verhaltensauffälligen Schülerinnen und Schülern sowie praktische Möglichkeiten in der Umsetzung – und zwar mit den jeweiligen Rahmenbedingungen vor Ort – gibt es nur selten bis gar nicht.

Der Bundesverband Bildung und Erziehung und der Bayerische Lehrer- und Lehrerinnenverband haben das Meinungsforschungsinstitut forsa damit beauftragt, eine repräsentative Umfrage zum Thema „Gewalt gegen Lehrkräfte“ durchzuführen. Hierzu wurden im Herbst 2016 bundesweit fast 2.000 Lehrkräfte befragt. Die Ergebnisse wurden im November 2016 veröffentlicht. Die Medienresonanz war riesig und hält auch ein Jahr nach Veröffentlichung der Studie weiter an.

Hier  geht es zur Umfrage der repräsentativen Lehrerbefragung v. 8.11.2016

Hier geht es zur Umfrage "Gewalt gegen Lehrkräfte aus Sicht der Schulleitung" aus 2018

© Selbst und Bewusst Andrea Salomon & Guido Schenk GbR © Selbst und Bewusst GbR
phone mail_outline